Hebammenpraxis

St. Gallen

 

    Erfahrungsberichte

Schnelle Geburt

"Die letzten drei Schwangerschaftsmonate waren geprägt von sehr vielen  Übungs- und Vorwehen, die man auch gut Wellen nennen konnte, da sie  absolut schmerzlos waren. So war am Termin auch der Muttermund reif  und es musste eigentlich nur noch losgehen. Das tat es dann kurz  darauf auch mit einem spontanen Blasensprung. Auf dem Weg ins Spital  merkte ich, dass sich die Wehen/Wellen nun anders anfühlten, fand sie aber überhaupt nicht unangenehm. Da es kurz vor Mitternacht war als  wir im Spital ankamen, wurde ich nur kurz an CTG gehängt und mit dem  Ultraschall untersucht. Im CTG waren die Wehen sichtbar, ich fand sie  aber nach wie vor stärker aber harmlos - so dass man die  Nachtschwester des Wochenbetts rief, damit ich noch ein bisschen  schlafen könne. Mein Mann wurde ebenfalls zum Schlafen nach Hause geschickt. Beim Verlassen der Gebärabteilung empfand ich die Wehen das  erste Mal als unangenehm und ziemlich heftig. Ich sagte dies auch dem  Personal, welches diese Bemerkungen aber völlig ignorierte - wohl  auch, weil ich nicht von Schmerzen sprach. Im Zimmer angekommen, holte ich mir sofort meinen iPod hervor und  versuchte mich mit der Regenbogenentspannung von den Eröffnungswehen  abzulenken, um mich wie eingeübt in die Tiefenentspannung zu bringen.

So konnte ich in den Pausen wohl Ruhe bewahren, ich war entspannt. Die  Kontraktionen aber schmerzten so richtig, ohne meinen Mann als Hilfe  konnte ich die Entspannung nicht halten. Ich versuchte die  Langsamatmung und das Visualisieren, was ich gerade noch so schaffte. Ich rief die Nachtschwester und sagte, dass ich so sicher nicht  schlafen könne, es sei alles zu heftig. Sie gab mir ein Buscopanzäpfli  - ich war zu sehr verunsichert um dagegen zu sein, obwohl ich wusste,  dass dieses gegen diese starken Wehen nichts ausrichten kann. Ich  wartete brav ab, bis die 30 Minuten um waren, in denen die Wirkung  einsetzen sollte. Erst jetzt traute ich mich, auf eine vaginale  Untersuchung zu bestehen, die dann zeigte, dass der Muttermund 8cm offen war. Überrascht fragte mich die Hebamme, ob ich denn zaubern  könne und liess schnell die Gebärbadewanne voll laufen. Ich verspürte bereits unglaublichen Druck nach unten, fand das aber  viel angenehmer als die anfänglichen Wehen und konnte mich nun in der  Badewanne wirklich voll dem Körper hingeben. Ich liess den Körper  einfach machen und vertraute darauf, dass er schon weiss wie man  gebiert. Ganz intuitiv wechselte ich zum Schluss in die Geburtsatmung  und schob den kleinen Mann in die grosse weite Welt hinaus. Mein Mann  hatte es gerade rechtzeitig noch in den Gebärsaal geschafft, kurz nach  4 Uhr morgens war alles vorbei. Ganz ruhig begann Lars ein wenig zu jömmerlen als er aus dem Wasser kam und wir genossen den ersten Moment  mit ihm ausgiebig. Nach dem alle versorgt waren, lief ich fit und munter - von staunendem Personal verfolgt - zu Fuss auf die Bettenstation, wo wir als kleine Familie ausgiebig frühstückten. Für ein nächstes Mal wünsche ich mir, dass mein Mann wirklich als  Geburtsbegleiter bei mir ist und in der Eröffnungsphase wirklich beistehen kann. Hypnobirthing war wertvoll für das Visualisieren und für das Vertrauen, dass in der Entspannung alles einfacher geht und der Körper seine Aufgabe kennt. Wie ich wohl ohne dieses Wissen geboren hätte? Lars ist bis heute ein sehr zufriedener und  aufgeweckter, der kaum schreit - ob die sanfte Geburt dazu beigetragen hat?"

Copyright © 2015 - Hebammenpraxis St. Gallen